Wirtschafts- und Infrastrukturbank ermöglicht den „vorzeitigen Maßnahmebeginn

Lückenschluss für das Breitbandprojekt kann endlich beginnen

Die letzte Phase des Breitbandausbaus im Main-Kinzig-Kreis kann nun beginnen. Wie Landrat Erich Pipa informiert, hat die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen vor wenigen Tagen die Ausnahme für den „vorzeitigen Maßnahmebeginn“ offiziell zugelassen. Auf den angekündigten Bewilligungsbescheid aus dem Hessischen Wirtschaftsministerium muss der Kreis allerdings weiter warten.

Bereits seit fast vier Monaten liegt das fertige Konzept für die letzten Baumaßnahmen auf dem Tisch. Auch wurden alle Vorbereitungen getroffen, um schnellstmöglich anfangen zu können. „Wir können nun davon ausgehen, dass die Arbeiten in kürze starten“, blickt Pipa voraus. Bis zum Jahresende soll dann auch dieser Teil erfolgreich abgeschlossen sein.

Vorrangig geht es jetzt um entlegene Siedlungen, Weiler und Bauernhöfe. Aber auch Schulen, öffentliche Gebäude und geplante Neubaugebiete sollen an das digitale Netz angeschlossen werden. Insgesamt werden mittelfristig weitere über 2.000 Haushalte und rund 130 Gewerbebetriebe davon profitieren. Insgesamt werden dafür im Auftrag der Breitband Main-Kinzig GmbH noch einmal etwa 80 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Dieser „Lückenschluss“ wird unter anderem über Zuwendungen der Bundesregierung unterstützt. Am 28. April hatte Landrat Pipa den entsprechenden Förderbescheid über rund 2,6 Millionen Euro persönlich von Bundesminister Alexander Dobrindt erhalten. Insgesamt sollen jetzt noch einmal rund sechs Millionen Euro investiert werden, rund zwei Millionen Euro will die Hessische Landesregierung aus Mitteln des Bundes abdecken. Das zu verteilende Geld stammt aus den Einnahmen des Verkaufs von Mobilfunkfrequenzen. Aus diesem Topf hatte Berlin rund 700 Millionen Euro an die Bundesländer für den Breitbandausbau zugewiesen.

Zum Ende des Jahres wird somit eine Haushaltsabdeckung von über 98 Prozent erreicht. Zudem sorge die Breitband Main-Kinzig GmbH über eine technische Reserve (Redundanz) von rund 70 Prozent eine erhöhte Stabilität in der Versorgung. „Sollte ein Kabel beschädigt werden, kann der Datenfluss über parallele Stränge geführt werden“, erläutert Pipa.

Mit diesem Schritt werde das größte Infrastrukturprojekt des Main-Kinzig-Kreises erfolgreich zu Ende geführt. Innerhalb von gut zwei Jahren ist es gelungen, alle 29 Städte und Gemeinden mit ihren fast 160 Ortsteilen mit einer leistungsfähigen Datenleitung zu versorgen. Inzwischen nutzen schon über 30.000 Haushalte dieses Angebot. Außerdem konnten rund 1.400 Geschäftskunden angeschlossen werden. Dafür wurden unter anderem über 600 Kilometer Glasfaserkabel verlegt sowie 800 Multifunktionsgehäuse aufgestellt und etwa 1.700 Kabelverzweiger erschlossen.